Inhalt
Futtermittel

Viele große Lebensmittelskandale der Vergangenheit waren ursächlich auf Futtermittel zurückzuführen. BSE- und Dioxinbelastungen von Tieren resultieren aus belastetem Futter. Futtermittel stellen die Grundlage zur Aufzucht von Nutztieren dar, aus denen tierische Lebensmittel gewonnen werden. Die amtliche Futtermitteluntersuchung verfolgt das Ziel, durch Kontrolle beim Erzeuger von sicheren Futtermitteln zu sicheren Lebensmitteln zu gelangen.
Die Überwachung wird in NRW von den Kreisordnungsbehörden und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) durchgeführt. Die Untersuchungen der Futtermittel werden durch den Futtermittelkontrollplan koordiniert.
Die Entnahme der Futtermittelproben erfolgt durch Futtermittelkontrolleure des LANUV und durch Mitarbeiter der Kreisordnungsbehörden, die über spezielle Sachkunde nach der Futtermittelkontrolleur-Verordnung verfügen. In Nordrhein-Westfalen werden jährlich ca. 3000 Futtermittelproben untersucht, die vom LANUV und von den Veterinärbehörden der Kreise und kreisfreien Städte unter Berücksichtigung risikoorientierter Vorgaben entnommen werden. Eine Probe wird immer auf mehrere Parameter untersucht, sodass landesweit jährlich insgesamt ca. 20.000 Analysen durchgeführt werden.
Die Futtermittelproben werden in NRW durch die Untersuchungseinrichtungen CVUA-MEL in Münster, SVUA in Arnsberg, CVUA-OWL in Detmold und CVUA-RRW in Krefeld mit hoher Untersuchungstiefe arbeitsteilig untersucht und bewertet. Hierbei haben die Untersuchungseinrichtungen Schwerpunkte gebildet, wobei die Zuständigkeiten nach der Art der Futtermittelproben, nach Untersuchungstechniken und/oder nach Stoffgruppen aufgeteilt sind.
Zuständigkeit nach Art der Futtermittelproben
- Einzelfuttermittel: CVUA-RRW
- Mischfuttermittel für Schweine, Kaninchen, Fische, „Lebensmittel-Tiere“; Heimtiere: CVUA-MEL,
- Mischfuttermittel für Wiederkäuer, Pferde: CVUA-OWL
- Mischfuttermittel für Geflügel, Zusatzstoffe und Vormischungen für Futtermittel: SVUA Arnsberg
Zuständigkeit nach Untersuchungstechniken/Stoffgruppen
- Dioxin, PCB, PAK, Blausäure, chlorierte Kohlenwasserstoffe, Inhaltsstoffe (Aminosäuren, Protein usw.): CVUA-MEL
- Mikrobiologie, GVO, Vitamine, Kokzidiostatika, sensorische Zusatzstoffe wie Carotinoide, Xantophylle: CVUA-OWL
- Mykotoxine, Schwermetalle, Elementanalytik, PFT, Konservierungsstoffe, Säuren, Inhaltsstoffe (Rohfaser usw.): SVUA Arnsberg
- Tierarzneimittelrückstände: Aufteilung nach Stoffgruppen auf alle vier Untersuchungseinrichtungen
Entsprechend der Schwerpunktbildung werden im CVUA RRW folgende Untersuchungen durchgeführt:
- Rückstände von Pflanzenschutzmitteln
- Unerwünschte Stoffe wie Melamin, Mineralöl
- Bestimmte Tierarzneimittelrückstände
- Futtermittelzusatzstoffe wie Antioxidantien, Futtermittelinhaltsstoffe wie Theobromin, Glykole, Glycerin, Fettsäuren
- Molekularbiologische Untersuchungen auf tierische Proteine
- Mikroskopische Untersuchungen
- Bestimmung der botanischen Reinheit und Echtheit von Einzelfuttermitteln
- Bestimmung der qualitativen und semiquantitativen Zusammensetzung in Mischfuttermitteln
- Nachweis von unerwünschten Stoffen wie Unkrautsamen und Ambrosia in Futtermitteln
- Nachweis von verbotenen tierischen Proteinen
- Nachweis verbotener Stoffe wie Verpackungsmaterial, gebeiztes Saatgut und Kot
Die mikroskopischen Analysen erfolgen unter Anwendung der Methoden der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Futtermittelanalytik.
Beispiel
Eine der wichtigsten mikroskopischen Analysen ist die Untersuchung auf tierische Proteine, da die Verfütterung von aus Säugetieren gewonnenen Proteinen an Wiederkäuer verboten ist. Charakteristisch sind die Knochenzellhöhlen (Lakunen), die sich bei Landtierknochen und Fischknochen sehr stark unterscheiden (mikroskopische Bilder, Vergrößerung: 200x).


Einen umfassenden Überblick aller Untersuchungen der amtlichen Futtermittelkontrolle gibt die Jahresstatistik des BVL.
