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Tierarzneimittelrückstände

Frau guckt sich Ergebnisse einer Untersuchung auf dem PC an

Tiere, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen, können mit Arzneistoffen behandelt werden. Daher besteht die Möglichkeit, dass Rückstände dieser Arzneien im Tierköper verbleiben, in die Nahrungskette gelangen und so die menschliche Gesundheit beeinträchtigen.

Wirkstoffe für Lebensmittel liefernde Tiere unterliegen in der EU strengen gesetzlichen Regelungen. Hierbei werden die Lebensmittelsicherheit der Wirkstoffe abgeschätzt und ein Wert für Rückstandshöchstmengen („Maximum Residue Limit", MRL) festgelegt. Nach der Anwendung der Arzneimittel darf dieser Wert in den Lebensmitteln von Tieren nicht überschritten werden. Dies ist durch die europäische Verordnung VO (EU) Nr. 37/2010 geregelt. Es gibt allerdings Stoffe, die auch in geringsten Mengen nicht vorhanden sein dürfen und Stoffe, für die es nicht erforderlich ist, eine Höchstmenge festzulegen.

Aufgaben und Ziele

Zur Kontrolle der Tierbestände, Schlachtbetriebe und der Betriebe, die das noch unverarbeitete Roherzeugnis erhalten, werden im Rahmen des Nationalen Rückstandskontrollplans (NRKP) unter anderem lebende Nutztiere, Fleisch, Aquakulturerzeugnisse, Milch, Eier und Honig auf Rückstände von Tierarzneimitteln und anderen unerwünschten Stoffen untersucht. Ziel des NRKPs ist es, die illegale Anwendung verbotener oder nicht zugelassener Stoffe aufzudecken und den vorschriftsmäßigen Einsatz von zugelassenen Tierarzneimitteln zu kontrollieren. Außerdem wird die Belastung mit Umweltkontaminanten wie beispielsweise Schwermetallen und anderen unerwünschten Stoffen erfasst.

Durch die Probenahme auf einer frühen Stufe der Produktionskette können Produkte, die mit Rückständen belastet sind, leicht bis zum Ursprungsbetrieb zurückverfolgt werden.

Umsetzung

Die praktische Umsetzung des NRKP erfolgt im Land NRW im Rahmen einer Kooperation zwischen den Untersuchungseinrichtungen CVUA-RRW, CVUA-OWL und CVUA-MEL sowie dem CVUA Westfalen. Das CVUA-RRW ist u. a. spezialisiert auf den Nachweis von ß-Agonisten, Chloramphenicol, Makrolid-Antibiotika, Pleuromutilinen, Pyrethroiden, Kortikoste­roi­den, organischen Chlor- und Phosphorverbindungen sowie polychlorierten Biphenylen.

Die Untersuchung erfolgt, indem zunächst mit einem ausreichend empfindlichen Schnellverfahren vor­sortiert wird, ob die fraglichen Substanzen in der Probe vorhanden sind. Ergeben sich bei diesem Verfahren Hin­weise, dass das der Fall ist, wird die Probe mit aufwändigeren Methoden (HPLC, Massenspektrometrie) weiter untersucht.

Die Vorgaben des jährlich aktualisierten NRKPs werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz an die regionalen Gegebenheiten angepasst. Die kooperierenden Untersuchungsämter fordern die Proben von den Kreisen und kreisfreien Städten an. Die Anlieferung der Proben erfolgt beim jeweils für die Kreise und kreisfreien Städte regional zuständigen Untersuchungsamt.