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Inhalt

Q-Fieber

Allgemein

Schwarze Kuh mit weißen Flecken auf einer Kuhwiese

Q-Fieber ist eine Erkrankung, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden kann (Zoonose). Der Erreger des Q-Fiebers, Coxiella (C.) burnetii, kommt weltweit außer in Neuseeland und der Antarktis vor. In Deutschland sind die Träger der Bakterien überwiegend Wiederkäuer, vor allem Schafe, die den Erreger in großen Mengen ausscheiden und auch bei nicht direktem Kontakt z.B. über Rohmilch, Rohmilcherzeugnisse und Fleisch infizierter Tiere Menschen infizieren können. C. burnetii ist extrem überlebensfähig und äußerst ansteckend. Bereits wenige Erreger (1-10 infektiöse Partikel) können zu einer Infektion bei Mensch und Tier führen.

Erreger

C. burnetii ist ein obligat intrazelluläres, kokkoides Stäbchenbakterium. Es durchläuft einen Entwicklungszyklus, in dem zwei unterschiedliche Zellvarianten auftreten: eine vegetative, stoffwechselaktive und sich ausschließlich in lebenden Zellen vermehrende Variante (large cell variant, LCV) sowie eine stoffwechselinaktive, kleine, infektiöse Variante (small cell variant, SCV), die durch Auflösung der Wirtszelle in die Umwelt freigesetzt wird und sich dort zu einer sporenähnlichen Form entwickelt. Diese Sporenbildung ist für die außerordentliche Überlebensfähigkeit des Erregers in der Umwelt verantwortlich.

Übertragung/Klinik

Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft infiziert sich der Mensch mit C. burnetii hauptsächlich durch erregerhaltigen Staub und Tröpfchen über die Atemwege (eingetrocknete Ausscheidungen infizierter Haustiere).

Sehr häufig tritt die Infektion des Menschen als so genannter explosionsartiger Ausbruch in Erscheinung, wenn sich Personengruppen z.B. auf Wegen, die auch von Schafherden genutzt wurden, durch Stäube infizieren oder wenn einzelne Personen in der Nähe von Tierbeständen, in Schlachtbetrieben oder Tierkliniken erregerhaltigen Aerosolen und Stäuben ausgesetzt sind. Wichtige Infektionsquellen für den Menschen sind weiterhin mit Zeckenkot kontaminierter Staub, Nachgeburten infizierter Tiere, Fruchtwasser und Lochialsekret. Bei Personen, die aufgrund ihres Berufes (z.B. Schlachthofpersonal, Landwirte, Schäfer, Schafscherer, Tierärzte) häufig Kontakt mit Wiederkäuern hatten, war bei einer Untersuchung der Anteil an Personen mit positivem Antikörpernachweis signifikant höher als in der Normalbevölkerung.

Das Risiko, durch eine lebensmittelbedingte Infektion an Q-Fieber zu erkranken, wird nach wie vor als niedrig eingeschätzt.

Nach dem Eindringen des Erregers in ein Wirtstier erfolgt die Verbreitung über den Blutkreislauf. Die Coxiellen haben einen besonderen Tropismus zur Gebärmutter und zur Milchdrüse, wo sie sich über Monate festsetzen, ohne dass das infizierte Tier klinische Symptome aufweisen muss. Bei Schafen und Rindern werden als klinische Erscheinungen Aborte beobachtet. Beim Rind sind die Coxiellen ebenfalls Ursache für Fruchtbarkeitsstörungen.

Unter der Geburt werden die Coxiellen bei Wiederkäuern in großer Zahl freigesetzt, sie werden intermittierend auch mit der Milch ausgeschieden. In Fleisch und Organen infizierter Rinder wird C. burnetii ebenfalls nachgewiesen.

Anzeichen für eine Erkrankung beim Menschen können leichte grippeähnliche Symptome sein, weiterhin hohes Fieber, begleitet von starken Kopf- und Muskelschmerzen. Es können aber auch Lungenentzündungen und andere schwere Krankheitsverläufe auftreten.

Diagnose

Die Erreger des Q-Fiebers sind heute mit molekularbiologischen Methoden wie der PCR in Rohmilch gut nachzuweisen. Allerdings erlauben diese Methoden nicht, zwischen abgetöteten und noch vermehrungsfähigen Erregern zu unterscheiden.

Infos

Am CVUA RRW untersuchen wir Milch und Abortmaterial mittels einer PCR. Weiterhin besteht die Möglichkeit, Blutproben serologisch mit einem Antikörper-ELISA zu untersuchen.