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Tuberkulose

Allgemein

Schwarz-weiße krank aussehende Kuh steht auf grüner Wiese

Die Tuberkulose ist eine zyklische Infektionskrankheit. Die Rindertuberkulose ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die auch auf den Menschen übertragbar ist (Zoonose).

Erreger

Die Tuberkulose wird durch Bakterien des Mycobacterium-tuberculosis-Komplexes, zu dem M. tuberculosis, M. africanum, M. bovis ssp. bovis und M. bovis ssp. Caprae gehören, hervorgerufen.

Mykobakterien sind grampositive unbewegliche Stäbchen, die sich besonders durch ihre Säure- und Alkoholfestigkeit und das Vorkommen von Mycolsäuren auszeichnen. Der Erreger der Rindertuberkulose ist mycobacterium bovis.

Krankheitsbild/Klinik

Der Erreger der Tuberkulose beim Rind kann aerogen durch Verfütterung erregerhaltiger Milch, über den noch nicht abgeheilten Nabel oder über Hautwunden aufgenommen werden. Dabei finden sich zunächst an den Lymphknoten und Organen an der Eintrittspforte des Erregers granulomatöse Herde, die sich vergrößern, später verkäsen oder verkalken. Über den Blutkreislauf kann der Erreger in andere Organe (Euter, Gebärmutter) verbreitet werden. Die Ausscheidung erfolgt über Bronchialschleim, Milch, Kot, Harn, Vaginalschleim und Sperma. In der Außenwelt vermehren sich die Erreger zwar nicht, können aber über Monate ansteckungsfähig bleiben.

Häufig läuft die Infektion lange Zeit ohne klinische Symptome, sodass die Diagnose oft erst aufgrund von am Schlachthof auffälligen pathologisch-anatomischen Organveränderungen und anschließenden Abklärungsuntersuchungen gestellt wird. Dennoch kann der Erreger bereits unbemerkt ausgeschieden worden sein. Als unspezifische Symptome treten Leistungsabfall, Müdigkeit, Abmagerung und ggf. respiratorische Symptome auf.

Diagnose

Da Deutschland als tuberkulosefrei gilt, wird die Tuberkulinisierung nicht mehr routinemäßig flächendeckend durchgeführt. Deshalb sind häufig erst auffallende Schlachthofbefunde Anlass für eine diagnostische Abklärung. An möglichst frische entnommenem Material (Organproben, Lymphknoten, Ausscheidungen) erfolgt die mikroskopische Untersuchung mit Färbung nach Ziehl-Neelsen; Histologie und molekularbiologischer Nachweis des Erregers mittels PCR. In Einzelfällen kann auch eine kulturelle Anzucht durchgeführt werden.