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Virologie

Was sind Viren? Was bedeuten sie für die tierische und menschliche Gesundheit?

Viren sind infektiöse Partikel, die über keinen eigenen Stoffwechsel verfügen. Die einzelnen Viruspartikel bestehen nur aus einem Genom (Nukleinsäure) und einer Proteinhülle. Manche Viren bestehen noch aus einer zusätzlichen Hülle. Da Viren sehr klein sind (je nach Virusspezies zwischen 15 und 300 Nanometer), kann man sie nur unter dem Elektronenmikroskop sehen. Sie müssen in eine empfängliche Zelle eindringen, um sich zu vermehren. Die infizierte Zelle bezeichnet man als Wirt. Es gibt Viren mit einem engen Wirtsspektrum (z.B. das Virus der klassischen Schweinepest, das nur bei Schweinen vorkommt) und Viren mit einem breiten Wirtsspektrum (z.B. das Tollwutvirus, das alle Warmblüter infizieren kann). Viren sind bei allen Arten von Lebewesen als Krankheitserreger zu finden.

Was ist die Aufgabe virologischer Diagnostik?

Die virologische Untersuchung dient dem Nachweis virologischer Krankheitserreger aus Untersuchungsmaterial. Ausgangsmaterial können Gewebeproben aus der Sektion, Abstriche oder Tupferproben, Körpersekrete, Bioptate oder Blutproben sein. Entscheidende Rollen für den erfolgreichen Virusnachweis spielen neben der Wahl des geeigneten Untersuchungsmaterials die Transportzeit und die Transportbedingungen zum Labor. Proben für die Virusanzüchtung sollten möglichst gekühlt und auf schnellstem Wege zur Untersuchung gelangen.

Wie erfolgt die virologische Untersuchung?

Direkter Erregernachweis

Virusanzüchtung

Die Anzüchtung (Vermehrung) von Viren ist nur mithilfe lebender Zellen möglich. Dafür stehen im Labor verschiedene Zelllinien zur Verfügung, die je nach Fragestellung, für die Virusanzüchtung verwendet werden. Bestimmte Viren, z.B. Influenza-A-Viren, lassen sich auch mithilfe der Eikultur in embryonierten Hühnereiern vermehren. Die Virusanzüchtung ist mit einer relativ langen Untersuchungszeit von ein bis zwei Wochen verbunden.

Nachweis viraler Antigene

Virale Antigene (Proteine) können durch den Einsatz von mono- und polyklonalen Antikörpern nachgewiesen werden, die spezifisch für ein bestimmtes Virus sind. Aufgrund der hohen Spezifität der Antigen-Antikörper-Bindung spielt dieses Prinzip bei vielen Testsystemen zum Nachweis von Viren eine Rolle (z.B. zum Nachweis des Tollwutvirus mithilfe des Immunfluoreszenztests).

Nachweis viraler Nukleinsäure

Das Erbgut von Viren (DNA oder RNA) kann aus infizierten Zellen isoliert und mithilfe molekularbiologischer Methoden nachgewiesen werden. Unter Anwendung der PCR (Polymerasekettenreaktion) können geringste Mengen von Virusnukleinsäuren direkt im Untersuchungsmaterial nachgewiesen werden. Aufgrund der hohen Sensitivität dieser Methode kann das Untersuchungsmaterial aus mehreren Proben gepoolt untersucht werden. Dadurch eignet sich die PCR auch für die Untersuchung von hohen Probenzahlen, z.B. während eines Tierseuchenausbruchs.

Indirekter Erregernachweis

Der indirekte Erregernachweis erfolgt durch den Nachweis von Antikörpern, die von einem infizierten Organismus als Immunantwort auf den Erreger gebildet werden.

Wie sind virologische Befunde in Hinblick auf Behandlungs- und Vorbeugemaßnahmen zu interpretieren?

Behandlungs- und Vorsorgemaßnahmen in einem Bestand sollten immer mit dem betreuenden Tierarzt abgestimmt werden.